Zeitungsbericht Weltmeisterschaft 2026

von Dirk Hilgert

Von Obermoschel auf den WM-Thron: Sechs Weltmeistertitel für Hilgert Martialarts

OBERMOSCHEL/BERLIN. Mit einer beeindruckenden Bilanz ist das Team von Hilgert Martialarts aus Obermoschel von der Weltmeisterschaft der World Kickboxing and Karate Union (WKU) in Berlin zurückgekehrt. Neun Sportlerinnen und Sportler aus der kleinsten Stadt der Pfalz gingen bei der vom 3. bis 9. August im Estrel Hotel ausgetragenen Weltmeisterschaft an den Start. Bei insgesamt elf Starts in den Einzeldisziplinen erkämpfte das Team sechs Weltmeistertitel, zwei Vizeweltmeistertitel und eine Bronzemedaille. Hinzu kommen noch weitere zwei Vizeweltmeistertitel in den Teamwettbewerben.

Für Trainer Dirk Hilgert war die Weltmeisterschaft gleich in doppelter Hinsicht eine besondere Aufgabe. Neben seinen eigenen Athletinnen und Athleten von Hilgert Martialarts, die er gemeinsam mit seiner Ehefrau Olga Hilgert betreute, war er gemeinsam mit Peter Blaukat aus Butzbach, als Nationaltrainer für das deutsche Nationalteam, in der Disziplin Pointfighting zuständig.

Knoth wird bei seinem WM-Debüt direkt Weltmeister

Einen Einstand nach Maß feierte Anton Knoth aus Feilbingert. Bei seiner ersten Weltmeisterschaft überhaupt präsentierte sich der Nachwuchskämpfer in der Pointfighting-Klasse Children bis 10 Jahre, -40 kg, in hervorragender Verfassung. Im Finale ließ er seinem Gegner aus den USA kaum eine Chance und krönte sein WM-Debüt mit dem Weltmeistertitel.

Für eine der größten Überraschungen innerhalb des Obermoscheler Teams sorgte Elina Popp aus Rockenhausen, bei den Kids bis 12 Jahre, -45 kg. Nach einem nervösen Beginn und anfänglichem Rückstand fand sie immer besser in ihre Kämpfe. Sie setzte die taktischen Anweisungen ihrer Trainer konsequent um und kämpfte sich bis ins Finale. Dort entwickelte sich gegen ihre Gegnerin aus Wales ein echter Krimi: Mit gerade einmal einem Punkt Vorsprung sicherte sich Popp den Weltmeistertitel.

Ähnlich spannend machte es Elena Schmidt aus Fürfeld bei den Juniorinnen 13–14 Jahre, -45 kg. Nachdem sie im letzten Jahr den Weltmeistertitel in der Altersklasse bis 12 Jahre gewann, musst sich nun bei den 13-14jährigen Junioren beweisen. Auch Elena Schmidt startete nervös in ihre Weltmeisterschaft, steigerte sich jedoch zunehmend. Im Finale gegen eine deutsche Kontrahentin wechselte die Führung immer wieder. Keine der beiden Kämpferinnen konnte sich entscheidend absetzen. Am Ende hatte Schmidt mit nur einem Punkt die Nase vorn und durfte ebenfalls WM-Gold feiern.

Semina Batista aus Münsterappel überzeugt mit deutlichem Finalsieg

Einen weiteren Weltmeistertitel im Pointfighting steuerte Semina Batista bei den Teens 15–17 Jahre, -60 kg, bei. Sie präsentierte sich während des gesamten Turniers in starker Form und zog souverän ins Finale ein. Auch dort bestimmte sie das Geschehen und bezwang ihre belgische Gegnerin deutlich mit 21:13 Punkten.

Eine besondere Geschichte schrieb Julia Popp aus Rockenhausen. Im Pointfighting der Teens bis 55 kg traf sie bereits in der Vorrunde auf die spätere Weltmeisterin aus den USA. In einem hart umkämpften Duell musste sich Popp denkbar knapp mit lediglich zwei Punkten Unterschied geschlagen geben und verpasste damit eine Platzierung.

Davon ließ sie sich jedoch nicht entmutigen. Im Lightcontact startete Popp erneut und war durch ein Freilos für die Vorrunde gesetzt. Danach zeigte sie sowohl im Halbfinale gegen eine russische Kämpferin als auch im Finale gegen eine deutsche Gegnerin großen Kampfgeist. Beide Begegnungen entschied sie knapp mit jeweils 2:1 Richterstimmen für sich. Der Lohn: der Weltmeistertitel.

Trainerin Olga Hilgert verteidigt ihren Weltmeistertitel

Gleich zweimal auf dem Siegerpodest stand die Obermoschlerin Olga Hilgert, die in zwei Altersklassen antrat. Bei den Erwachsenen von 18 bis 34 Jahre, -65 kg, traf sie im Halbfinale auf die spätere Weltmeisterin aus Russland und musste sich mit lediglich einem Punkt Unterschied geschlagen geben. Damit sicherte sie sich die Bronzemedaille.

In der Klasse Veterans +35 Jahre, -65 kg, ging Hilgert dagegen als amtierende Weltmeisterin und Favoritin an den Start. Dieser Rolle wurde sie eindrucksvoll gerecht. Im Finale dominierte sie ihre deutsche Gegnerin in einem einseitigen Finale . Damit gelang ihr die erfolgreiche Verteidigung ihres Weltmeistertitels.

Auch Malea Schmidt aus Fürfeld erreichte bei den Kids bis 12 Jahre, -30 kg, das Finale. Dort erwischte sie gegen ihre deutsche Kontrahentin einen starken Start. Im weiteren Kampfverlauf gelang es ihrer Gegnerin jedoch zunehmend, mit schnellen Handtechniken die Kontrolle zu übernehmen. Schmidt musste sich schließlich geschlagen geben, durfte sich aber über den Vizeweltmeistertitel freuen.

Ebenfalls Silber erkämpfte sich Janika Kreischer aus Gensingen, bei den Juniorinnen 13–14 Jahre, -50 kg. Im Finale wartete eine der stärksten Kämpferinnen ihrer Altersklasse. Kreischer fand gegen die favorisierte Kontrahentin nicht richtig in den Kampf und musste deren Überlegenheit anerkennen. Der Gewinn der Silbermedaille durfte sie aber über die Finalniederlage hinwegtrösten.

Ohne Platzierung blieb Marcin Batista aus Münsterappel bei den Junioren 13–14 Jahre, -50 kg. Er hatte Lospech und traf bereits in der ersten Runde auf den späteren Weltmeister aus Russland.

Zwei weitere Medaillen für das Team aus Obermoschel.

Bei den Teamfights benennen die Bundestrainer die stärksten Kämpfer ihrer Altersklasse in das deutsche Team, um sich mit den anderen Nationen zu messen. Hier erzielte Anton Knoth mit dem Children-Team bis 10 Jahre den 2. Platz. Ebenfalls Platz 2 erzielte Olga Hilgert mit dem Damenteam. Beide Teams mussten sich erst im Finale den starken Teams aus England geschlagen geben.

„Wir sind wahnsinnig stolz auf unsere Schüler“

Unter dem Strich steht für Hilgert Martialarts eine außergewöhnliche WM-Bilanz: Neun Sportlerinnen und Sportler, insgesamt dreizehn Starts, elf Medaillen – darunter sechs Weltmeistertitel.

Ein Ergebnis, das selbst die Trainer Olga und Dirk Hilgert in dieser Form nicht erwartet hatten.

„Wir sind wahnsinnig stolz auf die Leistungen unserer Schülerinnen und Schüler. Dieses Abschneiden übertrifft mal wieder unsere Erwartungen“, so das erfolgreiche Trainerehepaar Hilgert. Für beide geht die Bedeutung des Erfolges jedoch über Titel und Medaillen hinaus: „Die Erfolge bei dieser Weltmeisterschaft zeigen einmal mehr, zu was junge Menschen fähig sind, wenn sie motiviert sind, sich Ziele setzen und mit viel Selbstdisziplin daran arbeiten, diese zu erreichen.“

Gerade die Art und Weise, wie die jungen Sportlerinnen und Sportler ihre Erfolge erkämpften, durfte die Trainer besonders freuen. Mehrere von ihnen mussten Nervosität überwinden, Rückstände aufholen oder in Finalkämpfen bestehen, in denen am Ende ein einziger Punkt über Gold und Silber entschied.

Dass sich ein Team aus Obermoschel, der kleinsten Stadt der Pfalz, auf der großen WM-Bühne derart erfolgreich gegen internationale Konkurrenz behaupten konnte, macht die Bilanz umso bemerkenswerter.

Mit sechs Weltmeistertiteln, vier Silbermedaillen und einmal Bronze im Gepäck traten die Teilnehmer vom Kampfkunststudio „Hilgert Martialarts“ schließlich die Heimreise von der Bundeshauptstadt zurück in die Nordpfalz an.

Zurück

Probetraining